Donnerstag, 25. August 2011

Was da noch zu sagen war


Ja, was ist denn angesagt, was steht mir bevor? Was bringt die Zukunft mir? Bange machen gilt nicht. Ging ich doch meinen Weg bis hierher. Belastet durch die Umstellung der Medikamente, träume ich in meiner Seifenblase: nur unwirklich dringen Impulse von außen an mich heran. Es schlägt elf. Ich bin nervös. Meine Augen sind gerötet und fühlen sich trocken an. Ich sollte einen Kassensturz machen, um zu sehen, wie viel Geld ich noch zur Verfügung habe.

Und nun, was kann ich berichten? Wie es mir geht etwa? Oder anderes? Ich bin gedankenleer.

Die Umstellung auf liniertes Schreibpapier erfordert von mir eine Anpassungsleistung Mir fällt es nicht leicht, etwas zu schreiben, denn der Kopf gehorcht dem Mund: sprechen läuft im Vordergrund, für das Denken scheint kein Raum zu bleiben. Die Lektüre über Kant gestaltet sich schwierig: viele neue Begriffe werden eingeführt und auf diese aufbauend dann weiter ausgeführt.

Mehr schlecht als recht führe ich meine intellektuellen Bemühungen. Die Lektüre über Kant habe ich unterbrochen, ebenso liegt Samuel Becketts „Warten auf Godot“ unbeachtet auf der Seite. Allerdings mühe ich mich beim Schreiben mehr schlecht als recht ab. Ist erst ein Anfang gemacht, können Folgeworte ungehindert fließen. Sinngemäß ist aller Anfang schwer, zu Ende gebracht ist aber bis dahin noch nichts. Etwas zu Ende zu bringen ist die Aufgabe. Mit Esprit und vor Charme sprühend, nahm ich damals an der Kochgruppe um Herrn Beck und Frau Etzel teil. Ich machte halt gute Miene zu bösem Spiel, und mit Frau Etzel Zeit zu verbringen, rief eben Glücksgefühle hervor. Dem gegenüber erscheinen im Club 55 die ersten schlechten Untertöne. Selbstgefällig sei ich, was noch niemand anderes mir ins Gesicht gesagt hatte. Die Kritik nehme ich als Chance wahr, als Chance mich zu ändern, mich zu bessern. Selbstgefälligkeit hängt zusammen mit sich ernst nehmen. Etwas auf mich einbilden tue ich nicht. Auch Arroganz und Eitelkeit, ebenso Überheblichkeit spielen da mit hinein. Ich suchte nach einem Attribut, wie ich mich selbst beschreiben würde. Es wäre „selbstgenügsam“ gewesen.

Erst abends, als ich, bei innerer Einkehr ins Nachdenken kam, wurde mir die Situation klar. Beim Sprechen suchte ich ein Attribut für meine Person, „selbstgenügsam“, kam aber nicht gleich darauf, und tatsächlich, mein Gegenüber warf mir „selbstgefällig“ zu. Erst am Abend merkte ich, dass „Selbstgefälligkeit“ eine negative Eigenschaft ist, die mir da attestiert wurde.

Wie stelle ich es an, damit sich meine Gedanken nicht wieder nur um mich, sondern nicht um mich drehen. Den egoistischen Zweck der Selbstverwirklichung stelle ich hinter die Mauer, weit ins Niemandsland, ins Abseits, bis andere Menschen so nett sind, mich zu unterstützen. Bis dahin suche ich Themen, die mich interessieren, und lese im Web so mancherlei Nützliches und Unnützes. Ich hoffe, das kann mein Leben ausfüllen.