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Dienstag, 22. November 2011

Wenn einem Gutes widerfährt

Hach, was wäre der Tag ohne den morgendlichen Frühstückskaffee? Er beginnt doch erst, wenn die ersten Schlucke des schwarzen und heissen Gesöffs die Kehle herunter sind. Alsbald macht sich die belebende Wirkung breit, man wird munter. Dazu schmeckt richtig gut ein ofenwarmes Croissant.
Nur, die beschriebene Leichtigkeit des morgendlichen Frühstücksrituals kommt nicht immer auf. Den weiteren Alltag schon plastisch vor Augen, geriert sich das gemütliche Frühstück schnell zur Hetzerei. Gerne verbringe ich meine freien Tage auf dem Wohnzimmersessel mit einer Tasse Kaffee jenseits geschäftiger Arbeitstage.
Wenn du so willst, gibt es für alles seine Zeit.

Samstag, 1. Oktober 2011

Befürchtung.

Das Leben ist eine Baustelle


Es gibt einen Haken an der Geschichte: sein Blick ist offensichtlich offensiv und gar richtiggehend angriffslustig. Er schaut mir beim Vorübergehen ständig direkt in die Augen. Außerdem läuft er den ganzen Abend an meiner Stubentüre vorbei, den Gang entlang, auf und ab. Mir ist dieser Kerl suspekt. Der pflegt sich nicht mal.
Er könnte einer sein wie Marcel. Mit seiner hageren Gestalt hatte ich schnell meine Vorurteile beisammen. Auch redet er manchmal nur das Nötigste, manchmal wiederum gar nichts. Als erste Ansichten aufkamen und er sein Interesse an meiner Person bekundete, fragte er mir Löcher in den Bauch. Ich bedeute ihm klar und deutlich, das wäre hier nicht erwünscht und er solle die Fragerei lassen. Seitdem kuckt er mich schräg von der Seite an als hätte ich ihm Rauschgift angeboten.
Er ist aber einen Kopf größer als ich. -

Mittwoch, 28. September 2011

Nachbetrachtung



Aus der heutigen Sicht der Dinge, wie sie lagen, wie sie nun liegen, sich erschließen, und mir darlegen, machte der Niederschrieb der Gedanken damals einen Sinn. Wie hoch erfreut war ich nun gewesen, als ich wieder gelesen habe, was ich geschrieben hatte. Ja, die Mühe war es wert.

Und dennoch kommen die Worte nicht leicht vom Mund zu Papier. Mühsam ist der Weg des dichtenden Menschen. Oh, wann wirst du erkannt als jemand, der was beizutragen hat, Schreiberling? Machst du dir auch aufrichtig und angestrengt Gedanken, zu dem, was du mitteilst? Schreibst du nicht eher „wie dir der Schnabel gewachsen“ ist? Wer will’s wissen? Und aber bei alldem negativen Ausdruck, den du so meisterhaft beherrscht, es ist nicht alles so schlecht, wie du es beschreibst. Auf des Herren Erde ist die Technik so weit fortgeschritten, dass es kein Unterschied macht, sitzt deine Freundin ein Haus weiter, oder auf der anderen Seite des Globus. Dank Telekommunikation und Internet, könnt ihr euch sprechen, und auf dem Computerbildschirm auch sehen.

Werden mir die Stunden lang, und das kommt wahrlich selten vor, forderte ich mich meistens nicht genügend. Mies gelaunt und antriebsarm quälen mich sämtliche Umgebungsgeräusche. Schon das leise Surren eines Computerkühlers bringt mich an den Rand der Verzweiflung. Unsinnige Handlungen später finde ich mich in der Ausgangssituation wieder: auf dem Bett, schwer atmend und erschöpft. Wären mir nicht die Lichtblicke des Lesens und Schreibens, könnte ich es schon lange nicht mehr aushalten.

Und doch, wo Schatten ist, wird auch Licht sein, irgendwo, verborgen, und vom schwarzen Dunkel bedeckt liegt sie, tief, dunkel, versteckt, - meine Schokoladenseite. Ach wäre es doch die bessere Hälfte, überwiegte nur der gute Anteil in und an mir. Könnte nur ich dort stehen, im Rampenlicht, entscheiden wie es mir gefällt, abgestimmt zum Verkünden der kommenden Pflicht. Zugelassen wird nichts, was nicht schon benannt und diskutiert war, bis an den Rand des Zerfaserns zerredet, ohne auch nur eine Millisekunde an Vorsprung zu ergattern. Weshalb dann überhaupt den ganzen Aufwand treiben? Die Kür? Dass ich nicht lache. Ureigenes Interesse, so die Vorgabe, ereignet sich, dargelegt an der Sache. Und, wären es nicht Sie, der da den Kasper macht, so sprängen sogleich hunderte andere hervor, im ureigenen Interesse die Sache einfach ebenso zu bemessen.

Wehten doch gar Stürme übers Land, nähmen den Griechen die Schulden weg, und den Euro, den Euro würde ich gleich hinter her werfen. Bei genauer Prüfung nach dem Satz, ergab sich folgende Sachlage. Der harte Sparkurs, die steigende Besteuerung, die sind kein Honigschlecken. Mit rigider Politik kann der misslichen Lage in jenem Randbezirk europäischen Wirtschaftens, Griechenland, abmildernd entgegen gewirkt werden. Mir aber unmissverständlich bewusst, ist die Entschlossenheit der griechischen Verantwortlichen, die missliche Lage abzumildern, gar, in ein paar Jahren, den ganzen Schlamassel abgearbeitet zu haben und wieder zu prosperieren.

Aber, geht’s mich was an? Was sollte ich denn noch beitragen können, wenn die Kartoffeln aus der Glut sind, und nur hinterher kundtun können, genauso hätte ich das auch gemacht. Wäre dir denn wohler zu wissen, dass das Unternehmen „Spannt den Rettungsschirm“ nur nach hinten losgehen kann wie jener Revolver der beim Russisch Roulette auf allen Trommellöchern Patronen enthält? Kannst du mir versprechen, die angekündigten 400 Milliarden und etwas Euro treffen das Ziel der Absicht? Mit viel gutem Willen kann ich glauben, das hat schon seine Richtigkeit. Leider trifft es immer die Falschen.

Werden nun die Wetten wieder anders lanciert, gewinnen wieder die Banken. In dieser Krise malten sich die Schreckgespenster schneller an den Horizont der Öffentlichkeit als die Arbeit der Aufrichtigen sie entzaubern konnten. Leider, und ich werde nicht müde, es zu wiederholen, lebensmüde erscheinen mir die Finanzmärkte noch nicht gewesen zu sein. Das bedeutete mir, ich ließe diese zappeln, bis zappzarapp, der letzte müde Euro abgeschöpft gewesen wäre. Und dann doch: die Notenpresse, viel billiges Geld, die ganze Litanei, und am Ende hätte jeder einzelne Bundesbürger mehr Schulden, als er in seinem ganzen Leben an Euros verdienen könnte.